In Havanna zum AirBnB – Kubanische Odyssee

Es ging ja, wie im vorherigen Blog erzählt, schon recht holprig los mit unserer Anreise ins kommunistische Kuba. Das ging dann auch im weitern Verlauf so weiter, bis wir dann endlich irgendwann im AirBnB angekommen waren.

Wir saßen also tatsächlich irgendwann in unserem Flieger. Air Caraibe sollte uns nach Havanna fliegen, mit einem kleinen Zwischenhalt in Santiago de Cuba. Solche Zwischenhalte kannte ich ja schon aus dem Flug nach Singapur und wusste also, was auf uns zu kam. Wir landeten also in Santiago, Menschen stiegen aus, aber lang nicht so viele wie beim letzten Flug. Es wurde getankt und irgendwann ging es dann weiter nach Havanna.

Es dauerte eine Weile bis wir endlich unser Gepäck hatten und dann konnten wir endlich einreisen. Wir hatten brav alles dabei: Reisepass, Touristenvisum (ein kleines Blatt Papier für 25 EUR!), eine Bescheinigung über eine Auslandskrankenversicherung auf Spanisch, etc. Im Endeffekt wollte er nur Pass und Visum sehen und stempelte brav, was er so stempeln musste.

Am Gepäckband angekommen warteten wir eine ganze Weile, bis unser Gepäck kam. Insgesamt dauerte das Ganze bestimmt eine Stunde. Wir waren ein bisschen nervös, weil wir von unserem AirBnB-Host, bzw. dessen Cousin, abgeholt werden sollten. Da wir annahmen (Achtung, Spoiler: Wir trafen hier eine völlig falsche Annahme), dass er pünktlich sei, wollten wir natürlich auch nicht viel zu spät kommen.

Also schnappten wir unsere Koffer und auf nach draußen in die Eingangshallte. Dort wurde klar, dass dieser Flughafen durchaus schon einige Jahre auf dem Buckel hatte. Es standen einige Menschen dort draußen mit Schildern und wir suchten nach unserem, auf dem der Name meiner Reisebegleitung, nennen wir sie „Klara“, stehen sollte. Schnell fanden wir ein Schild mit unserem Namen.

Der Mann hieß zwar nicht so wie der versprochene Cousin, nämlich „Eurípides“ (was für ein kubanischer Name), aber wir waren froh, dass wir ihn gefunden hatten. Er riet uns dann, gleich Geld zu wechseln, also liefen wir die nicht funktionierende, dafür umso höhere, Rolltreppe hoch. Am Schalter angekommen hatten wir dann doch unsere Zweifel, dass der Mann der Mann war, der uns abholen sollte.

Blick aus dem Fenster unseres AirBnB-Zimmers

Nach einer kleinen Diskussion mit ihm stellte sich dann tatsächlich heraus, dass er nicht zu unserer Unterkunft gehörte. Wundervoll. Also gingen wir wieder runter in die Eingangshalle und suchten nach Eurípides. Dieser war nirgends zu finden. Wir hatten Angst, dass er schon weg sei, weil wir zu spät kamen. Wir suchten und suchten, bastelten sogar ein Schild mit seinem Namen und hielten dies in die Höhe. So suchten wir, solange bis die Eingangshalle sich ziemlich geleert hatte. Es war auch schon recht spät.

Kubanische Elektronik

Dann beschlossen wir irgendwann, nach einer Suchzeit von 1,5 Stunden, dass er wohl schon weg sei. Wir hatten die Adresse und suchten einen Taxifahrer, der uns dort hinbringen sollte. Es dauerte ein wenig, bis wir jemanden fanden, weil unser AirBnB dann doch etwas außerhalb war, aber fuhren am Ende mit einem Taxi zu der Adresse.

Kubanisches Wohnzimmer

In der Wohnsiedlung, die tatsächlich ziemlich außerhalb Havannas war, war es dann auch noch relativ schwer, unsere Hausnummer zu finden. Der Taxifahrer musste einige Menschen fragen, die uns dann zu unserer Wohnung brachten. Dort stiegen wir aus und suchten unsere Wohnung, die sich im obersten Stock eines ziemlich heruntergekommenen Plattenbaus befand.

Blick in Richtung Plattenbausiedlung

Wir klopfte, keiner machte auf. Wir klopften mehr und plötzlich öffnete eine kleine Asiatin. Diese lies uns dann ins Wohnzimmer. Eine andere Bewohnerin, eine Französin, war ebenfalls da. Diese berichteten uns, dass Eurípides am Flughafen sei. Aber er schien erst drei Stunden nach unserer Ankunft, mit öffentlichen Verkehrsmitteln, losgegangen zu sein. Also wohl dann, als wir gerade beschlossen hatten, selbstständig zu unserer Unterkunft zu fahren.

Unser erstes Zimmer, Eurípides‘ Zimmer

Also warteten wir, und warteten… Anrufen war keine Option, da wir seine Handynummer nicht hatten. Da alle Zimmer eigentlich schon belegt waren, waren wir uns auch nicht sicher, wo unsere Betten standen. Die Asiatin erzählte uns dann, dass wir wohl im Zimmer von Eurípidides übernachten sollten, wobei dort ein Bett stand und es daneben noch Platz für genau eine Matratze gab. Es wurde dann so spät und wir waren so müde, dass wir, um ca. 22Uhr, unsere Betten machten (eine meiner Reisebegleitungen musste im Wohnzimmer schlafen) und einschliefen.

Blick aufs Meer

Um drei Uhr nachts wurden wir dann von einem ziemlich aufgeregten Eurípides geweckt, der wohl auch irgendwann beschlossen hatte, dass wir wohl schon weg seien. Er erzählte uns, wie lange er am Flughafen gewartet habe. Es waren mehrere Stunden. Wir versuchten, unserer Lage zu erklären, er war irgendwann beruhigt, legte sich auf das Sofa und schlief ein.

Das war also kubanische Pünktlichkeit.

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