Frequency 2015 – Festivalbesuch in Österreich

Nach dem wettertechnisch sehr abwechslungsreichen Besuch beim Southside dieses Jahr, kam letztes Wochenende noch ein weiteres dazu. Das Frequency Festival in St. Pölten (Österreich) lockte mit einigen bekannten Namen und Freunde von mir waren auch sonst sehr begeistert vom Festival an sich – also hin da.

Die Anfahrt von Konstanz aus ist schon recht weit, so dass wir auf dem Hinweg einen Zwischenstop inklusive Übernachtung in München einlegten. Drei Autos mit insgesamt 11 Personen machten sich auf den Weg. Von München aus brauchten wir ca. 4 Stunden, die Fahrt verlief problemlos und um 12 konnten wir dann auch schon anfangen, nach einem Platz zum Zelten zu suchen. Wir waren alle zum „Green Camping“ angemeldet, ein Bereich, der für leisere, sauberere und generell umweltbewusstere Camper gedacht war.

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Mit etwas Schieben und guten Zureden bekamen wir dann auch noch einen Platz um unsere Zelte und das Pavillion aufzubauen. Das ist Donnerstag morgens gar nicht so einfach, wie es sich jetzt vielleicht anhört. Bei manchen hatte man das Gefühl, dass diese schon ewig dort campierten um ja einen guten Platz zu bekommen. Im Endeffekt musste man eine gute viertel Stunde zum Gelände laufen, aber dieses mal war es – im Gegensatz zum Southside – auch zu den Autos nicht so weit, bzw. man konnte mit dem Auto zumindest für’s Ent- und Einladen nah an den Campingbereich ran fahren.

Donnerstag Nachmittag ging es dann schon los mit dem Programm. Generell ist das Frequency etwas anders aufgebaut als die Festivals, bei denen ich bis jetzt war. Es gibt nicht nur das Tagesprogramm (Daypark), das bis circa 1 Uhr nachts geht – wie bei den meisten Festivals. Es gibt außerdem noch ein Nachtprogramm (Nightpark), bei dem man bis morgens um 6 weiter bespaßt wird. Generell kann man sagen, dass der Daypark eher Rock-lastig ist und der Nightpark mit elektronischen Künstlern aufwartet. Den Nightpark habe ich aus eben diesen Gründen nur einmal kurz und einmal für „Klangkarusell“ aufgesucht. Ansonsten hielt ich mich da raus – es ist einfach nicht meins und auch wenn ich mich noch so anstrenge, ich kann mich einfach nicht groß dafür begeistern.

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Am Donnerstag standen dann an: Bad Religion (der Sänger könnte mit seinem Poloshirt und seiner Brille ebensogut als Versicherungsvertreter durchgehen, aber ansonsten ist die Band einfach ein Urgestein der Rockmusik), Alt-J (erstaunlich guter Sound, nachdem das Southside-Konzert wenig überzeugt hatte), Major Lazor (wieder so ein Punkt, an dem ich einsehen musste, dass diese Art von Musik einfach nichts für mich ist: Techno mit geklauten Sounds am Anfang. Allerdings waren auch die Elektrofans neben mir etwas irritiert, daher lag es vielleicht nicht nur an mir), Chemical Brothers (wieder sowas, merkwürdige Elektroklänge in meinen Ohren) und Casper (ich beginne seine Musik wirklich zu mögen, daher hatte ich ziemlichen Spaß bei seinem Auftritt).

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Freitag morgen ging es dann erst mal essen in einem Café in der Nähe. Auch wieder so ein Vorteil des Frequency: Es liegt mitten im Wohngebiet, was zugegebenermaßen kein Vorteil für die Anwohner ist. Aber trotzdem sind Supermärkte zu Fuß gut erreichbar und auch eben dieses Café, das außer mit ausgezeichnetem Frühstück auch noch mit einer Toilette aufwartet, die den Dixie-Klo-Gänger in kurze Aufregung versetzen kann. Dementsprechend pilgerten einige sicherlich auch nur wegen des Klos dorthin.

Musikalisch war es ein guter Tag: Irie Révoltés (schon beim Southside als gut empfunden: Reggae/Ska, der in die Beine geht), The Wombats (ach, ich mag die einfach. Indie-Pop, ebenfalls unglaublich tanzbar und da ich alle Alben besitze auch toll zum Mitsingen), Frittenbude (HipHop-Indie-Musik, hat mir sehr gut gefallen), Nero (Elektro, aber durchaus mit Melodie und daher eigentlich ganz gut anzusehen), The Offspring (die muss man mal gesehen haben, viele bekannte Songs, viel zum mitsingen und einfach eine Legende. Ich war sehr zufrieden), The Prodigy (ebenfalls ein großer Name, doch ein wenig verrückt sind die ja schon).

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Samstag waren wir dann auch noch grillen. Ein weiteres Plus des Frequency sind eben solche Angebote wie kostenloses Grillen – man musste nur das Grillgut erwerben, die Grills standen schon bereit. Das Campinggelände liegt auf beiden Seiten eines Flusses, was es besonders im Sommer auch sehr attraktiv macht. Außerdem gibt es auf dem Gelände Hängematten, in die man sich legen kann und Leitungswasser gibt es auch umsonst. Es sind einige Sponsoren vor Ort, zB die ÖBB, die eine eigene kleine Area bereitstellen, bei der man sich mit Gummibärchen und sonstigen Gimmicks versorgen kann, außerdem bespaßt ein DJ die Besucher. Fm4 stellt auch allerlei zur Verfügung, wie zum Beispiel temporäre Tattoos, man kann Fotos von sich machen lassen, die sofort ausgedruckt werden, etc. Diese Art von Kundenservice habe ich noch selten bei einem Festival erlebt.

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Sonntag gab es musikalisch auch wieder sehr viel zu erleben. Dieses Mal ging es schon früh auf’s Gelände. Darwin Deez machten den Anfang (eine rehct unbekannte Indie-Band, die aber neben guter Musik auch noch einige Showeinlagen hinlegte und sich auf der Bühen richtig Mühe gab), danach Against Me! (solider Rock, nichts besonderes im Grunde), Mad Caddies (Bläser auf der Bühne, das kann fast nur Ska sein. War es auch und Spaß hat es auch noch gemacht), Eskimo Callboy (nur von weitem gesehen, war aber harter Metal und klang auch von weitem noch sehr laut und kräftig), Enter Shikari (mein absolutes Überraschungshighlight auf diesem Festival – eine Mischung aus hartem Metal, Shouting, Elektro, aber trotzdem melodiös und stellenweise recht poppig. Ich habe es von der ersten Sekunde an gefeiert, die Band war super drauf und der Sänger traute sich sogar in die wild pogende Menge. Ein Traum und eine super Liveperformance), Fritz Kalkbrenner (na, was soll ich sagen – ich kann damit einfach nichts anfangen. Im Aufzug ganz gut denk ich 😉 ), TV on the Radio (Alternative-Band, die ich vorher noch nicht kannte. Klang für mich teilweise wie die Ramones und hat mir gut gefallen), Interpol (recht unspannender Indie-Pop-Rock), Linkin Park (ein großer Name, spielten vor allem alte Songs, weil die neuen wohl sowieso keiner kennt. War solide und schön, sie mal wieder live erleben zu dürfen. Die Texte waren teilweise noch da, irgendwo im Teenie-Gedeächtnis).

Sonntag ging es dann nach Hause. 10 Stunden hat die ganze Fahrt gedauert, inklusive Pausen und teilweise schlimmem Stau zwischen Salzburg und München. Wohl der Abreise vom Chiemsee Summer geschuldet und der generell sehr touristischen Region, in die alle am Wochenende pilgern.

Insgesamt war es – erstaunlicherweise – anstrengend aber schön und lohnenswert sich das ganze mal anzusehen. Vielleicht sieht man sich nächstes Jahr wieder!?

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