Kubanisches Mietauto – Nur die Ruhe bewahren!

Santa Clara war nur eine kurze Zwischenstation auf dem Weg zurück nach Havanna gewesen. Dort hatten wir uns im vorhinein einen Mietwagen für die letzten Tage auf Kuba reserviert, den wir nun abholen wollten.

Es ging, wie gewohnt, mit dem Taxi zurück nach Havanna. Dort verbrachten wir noch eine kurze Nacht und ließen uns dann am nächsten Morgen an den Flughafen fahren, wo wir unseren Mietwagen abholen wollten. Das Auto hatten wir vorher in Deutschland gebucht und dies ist auch absolut anzuraten. Die Nachfrage auf Kuba ist gerade viel höher als das Angebot und zu einem Mangel an Wägen und zu ziemlich hohen Preisen führt.

Gebucht hatten wir über eine deutsche Partnerseite der kubanischen Autovermietung. Wir waren recht spät dran und kümmerten uns erst Anfang Dezember, obwohl wir ja Ende Dezember schon fliegen wollten. Dazu würde ich nicht raten. Wir kamen so in hohen Zeitdruck und unsere Mietzeit verkürzte sich ein paar Mal während dem Buchvorgang. Der Prozess der Buchung läuft ungefähr so ab: Nachdem man eine Reservierungsanfrage rausschickt muss der deutsche Partner erst mit Kuba Kontakt aufnehmen. Dann bekommt man ein Angebot zugeschickt, was man innerhalb von ein paar Tagen bestätigen muss  – ansonsten verfällt das Angebot wieder. Daher hatten wir das Auto am Ende nur für 5 Tage reserviert, zu einem Preis, der in Europa seinesgleichen sucht. 100€ hat es circa pro Tag gekostet. Da wir zu viert waren, konnte man sich die Kosten gut teilen, ansonsten ist fragwürdig, ob sich das überhaupt lohnt, angesichts der Taxipreise und des Aufwands, der damit verbunden war.

Pünktlich zur genannten Uhrzeit waren wir dann am Flughafen, wo wir unseren Wagen am Schalter der Autovermietung abholen wollten. Doch so unkompliziert, wie wir uns das vorgestellt haben, war es natürlich nicht. Wir zeigten unser Voucher und wurden erst einmal vertröstet. Wir warteten also eine ganze Weile, von einem Mietwagen keine Spur und auch die Person am Schalter gab keine genaue Auskunft.

Zwei von uns gingen daraufhin los und um im Büro der Autovermietung der Sache direkt auf den Grund zu gehen. Uns andere beiden ließen sie, inklusive all unserer Gepäckstücke, zurück. Da standen wir also, inmitten der Koffer und weiter Ausschau haltend nach unserem Auto. Wir warteten darauf, dass unsere Freunde, am besten inklusive eines Autos, zurück kamen.

Nach einer Weile klingelte plötzlich das Telefon am Stand und man reichte mir den Hörer. Ein Anruf, für mich. Für mich? Ich war verwirrt. Am anderen Ende war die Freundin, die es in das Büro der Autovermietung geschafft hatte. Wir sollten auch dazu kommen. Das Problem war jedoch, dass das Büro an einem anderen Terminal war und wir dort nicht hin laufen konnten, vor allem nicht mit all dem Gepäck. Ich legte auf und versuchte, den Menschen am Schalter auf Englisch zu erklären, dass sie uns jetzt bitte zu unseren Freunden fahren sollten. Sie wiegelten ab und meinten, wir sollten einfach warten, die kämen schon zurück. Sie waren langsam sichtlich ungeduldig mit uns. Wir hatten aber keine Lust mehr, sinnlos dort rum zu stehen und ich versuchte es nochmal eindringlicher. Kein Pardon. Na gut, also packte ich mein Spanisch aus und plötzlich ging es.

Man orderte uns ein Taxi, packte uns und unser Gepäck ein und fuhr zum Büro. Dort angekommen war bald klar, dass nicht nur wir, sondern auch eine Menge anderer Leute auf ihr Auto warteten, denn es war ein riesen Menschenpulk vor dem Büro. Unsere Freunde, die uns dort empfingen, erzählten, dass es wohl dauern würde, weil wir warten mussten, bis jemanden einen Mietwagen abgab. Gut, dass wir uns beeilt hatten, pünktlich zu sein!

Wir saßen also in der Hitze vor dem Büro herum, es gibt wahrlich spannendere Orte als den Flughafen von Havanna. Irgendwann, am Nachmittag, bekamen wir dann aber doch tatsächlich ein Auto, aber natürlich nur gegen eine Kaution. Diese mussten wir bar dort hinterlegen. Also ging es nochmal los zum Geld abheben – eine sinnlose Aktivität, weil wir nach der Rückgabe des Autos wieder nach Deutschland fliegen würden und das Bargeld nicht gebrauchen konnten.

Nachdem das erledigt war, ging es plötzlich ganz schnell: kurz das Auto von außen anschauen, reinsetzen und los düsen! Es war übrigens kein Oldtimer, sondern ein relativ neues Auto einer uns unbekannten Automarke. Aber egal, endlich konnten wir uns auch den Westen der Insel mal genauer ansehen!

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Ein Gedanke zu “Kubanisches Mietauto – Nur die Ruhe bewahren!

  1. Mum schreibt:

    Ich möchte jedem Kuba Reisenden der dort ein Auto mieten möchte diesen Bericht ans Herz legen.. Ausserdem rate ich jedem vorher Englisch und Spanisch zu lernen. Das lohnt sich, wenn man das hier liest
    Eure Geduld ist zu bewundern.
    Love Mum

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